Boca Juniors: Der Verein vom Flussufer, weltberühmt für sein Stadion La Bombonera.
River Plate: Bocas ewiger Rivale mit dem größten Stadion Südamerikas (El Monumental).
Independiente: Bekannt als der Stolz von Avellaneda und der erfolgreichste Verein in der Copa Libertadores.
Racing Club: Der andere Gigant von Avellaneda, die erste argentinische Mannschaft, die Weltmeister wurde. Champions.
San Lorenzo de Almagro: Der Verein von Papst Franziskus mit einer der kreativsten Fangemeinden des Landes.
Der Ursprung der Spitznamen: Warum heißen sie so?
Hier ist eine Übersicht der Namen, die Sie auf der Straße und im Fernsehen hören werden:
Die Großen Fünf: Die DNA ihrer Spitznamen
Um den argentinischen Fußball zu verstehen, muss man zuerst die Namen entschlüsseln, die die Geschichte in seine Geschichte eingraviert hat. Erinnerung. Diese Spitznamen sind nicht nur Etiketten; sie sind Chroniken von Immigration, sozialem Status und epischen Sportwettkämpfen.
1. Boca Juniors – "Xeneizes"
Der Begriff ist eine Abwandlung des ligurischen Wortes "Zeneize", was wörtlich "Genueser" bedeutet. Der Verein wurde 1905 im Herzen des Hafenviertels La Boca von einer Gruppe junger Einwanderer aus Genua gegründet. Jahrzehntelang wurde dieser Dialekt in den Straßen des Viertels häufiger gesprochen als Spanisch.
Zusätzliche Mystik: Der Spitzname unterstreicht die Identität des Vereins als Mannschaft des Volkes und der Einwanderer. Die blau-goldenen Vereinsfarben sollen der Legende nach von der Flagge eines schwedischen Schiffes stammen, das im Hafen vor Anker lag und so die enge Verbindung des Clubs mit seiner maritimen Umgebung besiegelte. Dieser Spitzname festigte sich in den 1930er Jahren, zu Beginn der Profiära in Argentinien. Der Club mischte den Transfermarkt mit für damalige Verhältnisse astronomischen Investitionen auf, wie beispielsweise dem Kauf von Bernabé Ferreyra für eine Rekordsumme. Darüber hinaus verstärkten der Umzug des Clubs vom bescheidenen Viertel La Boca in das exklusive Viertel Núñez und der Bau des Monumentalstadions dieses Bild wirtschaftlicher Macht.
Das Stigma der „Hühner“: Es entstand 1966 nach einer schmerzhaften Niederlage im Finale der Copa Libertadores gegen Peñarol. Rivalen nutzten den Begriff, um einen vermeintlichen Mangel an Gelassenheit zu verspotten, doch mit der Zeit wandelten die Fans von River Plate die Beleidigung in ein Symbol des Stolzes um, schmückten ihre Fahnen mit dem Tier und machten es zu ihrem Markenzeichen. Der Ursprung dieses Spitznamens lässt sich bis ins Jahr 1926 zurückverfolgen. Damals war die Angriffsreihe des Teams so tödlich, schnell und koordiniert, dass ein Journalist der Zeitung Crítica sie als von teuflischer Wildheit besessen beschrieb. Die Kombination aus ihrem aggressiven Spielstil und dem leuchtenden Rot ihrer Trikots ließ den Namen unter den Fans schnell viral werden.
Der König der Pokale: Dies ist ihr zweitbekanntester Spitzname und spiegelt eine überwältigende statistische Realität wider. In den 1970er Jahren dominierte Independiente den Kontinent und gewann vier Mal in Folge die Copa Libertadores. Mit insgesamt sieben Trophäen sind sie nach wie vor der Rekordhalter des Wettbewerbs und genießen internationalen Kultstatus.
4. Racing Club – "La Academia"
Racing war das erste argentinische Team, das die absolute Vorherrschaft erlangte. Zwischen 1913 und 1919 erreichte der Verein den „Septenio“ und gewann sieben Meistertitel in Folge in der Amateurära. Ihr Spielstil war so technisch, elegant und allen anderen überlegen, dass man sagte, ihnen beim Spielen zuzusehen, sei wie der Besuch einer Meisterklasse.
Historisches Erbe: Der Name „La Academia“ wurde zum Synonym für Qualität. Es war die erste Mannschaft des Landes, die 1967 Weltmeister wurde und damit ihren Ruf als Vorbild und Vorreiter internationaler Sporterfolge festigte.
5. San Lorenzo – "El Ciclón"
Dieser Spitzname entstand aus einer Rivalität zwischen zwei Vierteln und dem journalistischen Genie. Anfang der 1930er-Jahre entschied der Journalist Hugo Marini, dass die Mannschaft aus Boedo einen Namen brauchte, der mehr Stärke ausstrahlte als der ihres klassischen Rivalen Huracán. Wenn ein Hurrikan schon kraftvoll war, so war ein „Zyklon“ eine noch verheerendere Naturgewalt, die alles auf ihrem Weg zerstören konnte. Die Krähen: Dieser Spitzname hat religiöse und philosophische Wurzeln. Der Verein wurde von Pater Lorenzo Massa gefördert, der den Jungen erlaubte, auf dem Kirchengelände zu spielen, um sie von den Gefahren der Straße fernzuhalten. Da Priester schwarze Soutanen tragen, begannen die Leute, die Anhänger des Vereins „Krähen“ zu nennen – eine Tradition, die sich bis heute in ihren Gesängen und Fahnen fortsetzt.
Weitere legendäre Teams
Neben den „Großen Fünf“ kann der argentinische Fußball auf jahrhundertealte Institutionen zurückblicken, deren Spitznamen wahre Lehrstücke aus Stadtgeschichte und Nachbarschaftsrivalität sind.
Estudiantes de La Plata – „Pincharratas"
Dieser Spitzname hat eine starke akademische und soziale Komponente. Gegründet von einer Gruppe Universitätsstudenten, entstand der Name, weil viele der Gründungsmitglieder und Spieler Medizinstudenten an der Nationalen Universität von La Plata waren. In ihren Laboren war das Arbeiten und Experimentieren mit Nagetieren gängige Praxis. Die zweite Version: Einige Historiker verweisen auf eine reale Person, einen jungen Schuhputzer namens „Pincha“, der auf dem lokalen Markt arbeitete und die Ratten vertrieb, die zwischen den Ständen auftauchten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Begriff von einem Witz zu einem Symbol für die „Labor-Mystik“ und die taktische Ordnung, die den Verein 1968 zum Weltmeistertitel führte.
Gimnasia y Esgrima La Plata – „El Lobo“ und „Triperos“
Gimnasia hat zwei Spitznamen mit völlig unterschiedlichen Ursprüngen. Das Symbol für „El Lobo“ wurde 1953 vom Karikaturisten Julio César Mezzadra entworfen. Er brachte die Lage des Stadions mitten im Wald von La Plata mit dem listigen Tier aus den Märchen in Verbindung. Das Bild des Wolfes fand so großen Anklang, dass es heute das offizielle Symbol des Vereins ist. Die „Triperos“: Dieser Spitzname ist älter und hat seinen Ursprung in der Arbeiterklasse. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts arbeiteten viele Spieler und Mitglieder von Gimnasia in den Fleischverarbeitungsbetrieben von Berisso und Ensenada. Ihre Aufgabe bestand darin, die Innereien der Tiere zu verarbeiten. Obwohl der Begriff ursprünglich von den wohlhabenderen Bevölkerungsschichten der Stadt abwertend verwendet wurde, machten ihn die Fans zu einem Symbol des Stolzes der Arbeiterklasse.
Vélez Sarsfield – "El Fortín"
Der Ursprung dieses Namens ist rein geografischer und journalistischer Natur. 1932 beschrieb der Journalist Hugo Marini das Stadion von Vélez im Stadtteil Liniers als uneinnehmbaren Ort. Die Mannschaft war zu Hause ungeschlagen, und die Struktur des von hohen Mauern umgebenen Holzspielfelds erinnerte an die alten Militärbefestigungen an der Grenze. Der Spitzname festigte sich, als der Verein das erste Flutlicht-Betonstadion des Landes einweihte. Die Vorstellung, ein Besuch bei Vélez sei wie ein „Festungsangriff“, hielt sich jahrzehntelang aufgrund der institutionellen und sportlichen Stärke des Vereins. Dies ist wohl die berühmteste Geschichte über gekreuzte Spitznamen weltweit. In den 1920er Jahren wurde in Rosario ein Benefizspiel für die Leprosenstiftung organisiert. Newell’s nahm die Einladung sofort an, was ihnen den Spitznamen „Leprosos“ einbrachte. Die Spieler von Central hingegen weigerten sich, an dem Spiel teilzunehmen, woraufhin Organisatoren und Rivalen sie wegen mangelnder Solidarität als „Schurken“ bezeichneten. Das Faszinierendste an dieser Geschichte ist, dass beide Vereine die Beleidigung akzeptierten. Heute fühlt sich in Rosario niemand mehr beleidigt, wenn er als „Schurke“ oder „Leprakranker“ bezeichnet wird; im Gegenteil, es ist Ausdruck der Zugehörigkeit zu dem einen oder anderen Verein in der Stadt. Huracán – „Der Ballon“ und „Brenner“: Der Spitzname „Der Ballon“ ist eine direkte Hommage an die argentinische Luftfahrt. 1909 vollbrachte der Ingenieur Jorge Newbery eine historische Leistung, indem er an Bord eines Heißluftballons namens „Huracán“ (Hurrikan) drei Länder durchquerte. Der neu gegründete Verein bat Newbery um Erlaubnis, den Namen und das Bild des Ballons auf seinem Wappen verwenden zu dürfen. Es war der erste Verein, dessen Identität implizit mit einem Sponsoring verbunden war. Der Name „Los Quemeros“ (Die Brenner): Dieser Name bezieht sich auf die Lage des Viertels Parque Patricios. Fast das gesamte 20. Jahrhundert hindurch befand sich die städtische Mülldeponie „La Quema“ in der Nähe des Stadions. Der Geruch von Rauch und Asche war allgegenwärtig, und rivalisierende Fans gaben den Anhängern von Huracán den Spitznamen „Quemeros“ – ein Name, der heute das gesamte Viertel kennzeichnet. Belgrano de Córdoba – „Los Piratas“: Dieser Spitzname entstand in den 1960er Jahren. Es heißt, dies sei entstanden, weil ihre Fans die Gästeränge mit ihrem ohrenbetäubenden Jubel „plünderten“ und weil sie die Angewohnheit hatten, der Mannschaft überallhin zu folgen, selbst wenn Kommunikation und Reisen schwierig waren. Es ist das Team, das die populärste Identität von Córdoba verkörpert.
Wissenswertes:Sie sind berühmt für ihren „kämpferischen“ Mythos, der sich unauslöschlich einprägte, als sie River Plate 2011 in die zweite Liga warfen.
Talleres de Córdoba – "Los Matadores":
Obwohl sie auch La T" genannt werden, ist ihr Kampfname Los Matadores". Es entstand in den 1970er Jahren dank einer brillanten Mannschaft, die gewann, unterhielt und ihre Rivalen vernichtend schlug (oder „tötete“).
Wissenswertes:Sie besitzen das größte private Stadion der Provinz, spielen aber aufgrund der enormen Zuschauerzahlen meist im Mario-Alberto-Kempes-Stadion.
Argentinische Junioren – „Die Saat der Welt“:
Dies ist möglicherweise der Spitzname mit dem größten historischen Gewicht im Land. Sie werden so genannt, weil Legenden wie Diego Maradona, Juan Román Riquelme, Fernando Redondo und Claudio Borghi aus ihren Jugendmannschaften stammen. Ein weiterer Spitzname: Sie sind auch als die „Roten Käfer“ bekannt, ein Spitzname, den der Journalist Diego Lucero in den 1950er Jahren prägte, um die Schnelligkeit und die leuchtend rote Farbe ihrer Spieler auf dem Spielfeld zu beschreiben. Platense – „Der Tintenfisch“: Dies ist einer der poetischsten und originellsten Spitznamen der Welt. Er entstand 1908, nur drei Jahre nach der Gründung des Vereins. Damals trug Platense seine Heimspiele im Stadtteil Saavedra auf einem Platz aus, der aufgrund seiner Nähe zum Bach Medrano häufig überschwemmt wurde. Die Schlammmetapher: Der Journalist Antonio Palacio Zino beschrieb die Mannschaft, die trotz des schlammigen Platzes ein sehr hohes technisches Niveau hielt, als „Tintenfische in ihrer eigenen Tinte“. Der Spitzname setzte sich sofort durch, da er die Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit des Vereins angesichts klimatischer und geografischer Widrigkeiten widerspiegelte. Banfield – „Der Drill“: Dieser Spitzname steht für offensive Stärke. Er entstand 1940 während einer historischen Saison, in der Banfield, ein Team, das sich üblicherweise im Mittelfeld der Tabelle bewegte, beeindruckende Siege gegen die stärksten Vereine des Landes einfuhr. Die Presse gab dem Verein diesen Spitznamen: Es war die Zeitung El Pampero, die den Namen unsterblich machte. Angesichts der Tatsache, dass die Stürmer des Teams mühelos die stärksten Abwehrreihen der Meisterschaft durchbrachen, titelten sie: „Banfield bohrt sich durch seine Rivalen.“ Seitdem hat sich der Verein aus dem Süden von Buenos Aires als „unbequemes“ und kämpferisches Team profiliert – ein Image, das er bis heute als Vorbild in der Talentförderung pflegt.
Lanús – „El Granate“
Lanús ist einer der wenigen Vereine weltweit, dessen Identität nicht mit einem Tier oder sozialem Status, sondern ausschließlich mit der Eleganz seiner Farbe verbunden ist. Anders als andere Vereine, die gängige Farben wie Blau oder Rot wählten, suchten die Gründer von Lanús nach einem Farbton, der sie deutlich von allen anderen abheben sollte.
Zugehörigkeitsgefühl: Die kastanienbraune Farbe symbolisiert den Stolz des Südens und die institutionelle Stärke. Der Begriff „Granate“ bezeichnet heute nicht nur einen Fußballverein, sondern ein riesiges soziales und sportliches Netzwerk, das als „größter Nachbarschaftsverein der Welt“ gilt. In Argentinien ist die Zugehörigkeit zu Granate gleichbedeutend mit Ordnung, organisatorischem Erfolg und bedingungsloser Verbundenheit mit den Wurzeln des Viertels. Um diesen Spitznamen zu verstehen, muss man ins Santa Fe des frühen 20. Jahrhunderts zurückreisen. Der Verein wurde in einem zentralen und aristokratischen Viertel der Stadt gegründet, und seine Mitglieder stammten zumeist aus den wohlhabendsten Familien. Im damaligen Slang bezeichnete „Tatengue“ junge, elegante und gut situierte Männer aus der Oberschicht. Der soziale Kontrast: Während der ewige Rivale Colón das bescheidene Hafenviertel repräsentierte, war Unión der Verein der Santa Fe-Elite. Obwohl diese soziale Barriere heute verschwunden ist und beide Vereine riesig sind, hat sich der Spitzname „Tatengue“ erhalten und ist zum Symbol der Identität geworden, das sie in einem der leidenschaftlichsten und umstrittensten Derbys im Landesinneren unterscheidet. Der Verein wurde in der Nähe der Flüsse Salado und Paraná gegründet, wo die einheimischen Fischer vom Fang des Sábalo (eines in der Gegend sehr häufigen Fisches) lebten. Anfangs verwendeten Fans gegnerischer Mannschaften den Begriff abwertend, um sich über die bescheidene Herkunft ihrer Anhänger lustig zu machen, doch die Colón-Fans nahmen ihn mit Stolz an und machten ihn zu ihrem Markenzeichen.
Wissenswertes: Das Stadion von Colón ist weltweit als Elefantenfriedhof bekannt. Diesen Namen erhielt es, nachdem es auf seinem eigenen Rasen Mannschaften besiegt hatte, die damals Weltklasse waren und unbesiegbar schienen, wie beispielsweise Pelés Santos (die 1964 eine Serie von 43 ungeschlagenen Spielen hinlegten) und die uruguayische Nationalmannschaft. Möchten Sie das Stadion von der Tribüne aus erleben? Das Verständnis dieser Spitznamen ist der erste Schritt. Das zweite Erlebnis ist, dabei zu sein, wenn die Fans anfangen zu singen. Reisetipp: Der Ticketkauf für große Mannschaften kann aufgrund von Mitgliedschaftssystemen kompliziert sein. Um sich Ihren Platz mit Transfers und zweisprachigen Reiseleitern zu sichern, empfehlen wir Ihnen, über FutbolTour.com, Tangol oder Daytours4u zu buchen.